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Was machen 20 Seemänner in Bayern?Einer Einladung der Bayerischen Staatskanzlei folgten am 21. September 20 Besatzungsmitglieder der in Wilhelmshaven beheimateten Fregatte BAYERN unter Führung des Ersten Offizier, Korvettenkapitän Markus Venker. Um die guten Beziehungen zu ihrem Patenland zu pflegen und weiter auszubauen, stand ihnen ein abwechslungsreiches Programm bevor. Vor das Vergnügen hat der Herr die Arbeit gestellt. Die sah in diesem Fall eine Reisedauer von 12 Stunden vor. Mit dem Bus fuhren wir zu früher Morgenstunde von der „4. Einfahrt“ in das schleswig-holsteinische Hohn zum Lufttransportgeschwader 63. Von dort ging es nach kurzem Zwischenstopp in Köln mit einer Transall weiter nach Penzig, wo wir schon von der Staatskanzlei erwartet wurden.Am Dienstag stimmten wir uns unter Leitung eines Bergführers der Bayerischen Bereitschaftspolizei mit einer Bergwanderung auf die kommenden Tage ein. Die 1800 Meter hohe Rotwand - über 700 Höhenmeter - wurde zu Fuß bewältigt. Auf dem teilweise steilen Anstieg zog sich die Gruppe weit auseinander und so mancher Seemann geriet arg ins Schwitzen. Als das Gipfelkreuz der Rotwand jedoch endlich erklommen war, wurden die Strapazen mit einem unvergesslichen Ausblick aufgewogen. Der darauf folgenden Abstieg über teilweise rutschigen Untergrund gestaltete sich schwierig und jeder Tritt musste sorgfältig gewählt werden. ![]() Vor dem Gipfelkreuz auf der Rotwand Noch mit geschwollenen Füßen erhielten wir am darauf folgenden Tag eine Führung im Bayerischen Armeemuseum durch den Direktor Dr. Aichner. Das Thema „Erster Weltkrieg“ wurde sehr plastisch anhand von Exponaten und Nachbauten übermittelt. Mit diesen historischen, aber sehr lebendig dargebotenen Eindrücken ging die Reise weiter zum SOS-Kinderdorf in Dießen am Ammersee. Nach einer kurzen Begrüßung streiften wir und die Kinder uns Fußballtrikots über. Unter der brennenden spätsommerlicher Sonne traten dann zwei gemischte Mannschaften zum Spiel an. Im weiteren Verlauf des Nachmittages ergänzten Frau Stoiber und Frau Seehofer diesen Besuch. Froh ihre Seemänner wieder gesehen zu haben, endete dieser ereignisreiche Tag für die Kinder mit einem gemeinsamen Grillfest und vielen interessanten Gesprächen. ![]() Zusammentreffen von Besatzungsmitgliedern, Kindern und den Damen Stoiber und Seehofer Am Donnerstag besichtigten wir das durch Markus Wasmeier geführte Bauernhof-Museum in Schliersee. Auf einer Führung begaben wir uns auf eine Zeitreise durch mehrere Jahrhunderte bayerischen Bauernlebens. Nur ein kurzer Fussmarsch trennte uns von der einzigen Whisky-Destillerie in Deutschland. „Slyrs“ heißt das noch junge Unternehmen, dass uns auch zu einer Verköstigung ihrer Brände einlud. Im Anschluss daran fuhren wir mit dem Bus zur Flugwerft in Schleißheim. Hier konnten erste Fluggeräte von Otto Lilienthal bis hin zum Eurofighter bestaunt werden. Begleitet wurde dieser Besuch von Herrn Rudolf Peterke, einem ehemaligen Mitglied des bayerischen Landtags und Initiator des „Freundeskreises Fregatte BAYERN“. An diesem Abend nahmen wir herzlichen Abschied von Frau Schedl und den Bediensteten des Stolzenberhauses. Der Freitag begann mit dem Umzug vom Spitzingsee nach München. Danach folgten wir einer Einladung zu einer zünftigen Brotzeit. Gastgeber war kein geringerer als Staatsminister Schneider, Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, der trotz der nahenden Bundestagswahl Zeit für sein Patenschiff gefunden hat. ![]() Der Erste Offizier überreicht Herrn Zimmer ein Geschenk als Dank für die Gastfreundschaft. Sitzend in der Mitte Herr Staatsminister Schneider, Leiter der Bayerischen Staatskanzlei. Dass Bayern nicht nur weltbekannt für seine Gemütlichkeit, sondern auch Heimat führender deutscher Automobilhersteller ist, wurde uns im BMW-Museum verdeutlicht. Von den Anfängen der Marke bis zu atemberaubenden Konzeptstudien wurde vieles gezeigt. Den krönenden Abschluss dieses Tages bildete eine Einladung ins Hofbräuhaus durch die Staatskanzlei. Bei knuspriger Schweinshaxe fanden Vertreter der Gastgeber, des Landeskommandos Bayern und der Delegation noch einmal zusammen. ![]() Im BMW-Museum: Träumen ist erlaubt, verlieben wahrscheinlich, bleibende Eindrücke garantiert. Die restlichen Tage standen unter dem Thema „Bayern sehen und erleben“. Am Samstag war „freies Manöver“ in München. Viele zog es auf die überfüllte Wies`n. Wenige fanden noch Einlass in ein Zelt. Am Sonntag begaben wir uns begleitet durch Kameraden des Landeskommando Bayern auf eine sehr abwechslungsreiche Reise nach Franken. Unter heftigem Qualmen einer historischen Dampfeisenbahn folgten wir einem alten Schienenstrang. Von der Endstation brachte uns ein Bus zur Teufelshöhle, einem unterirdischen Gewölbe mit zahlreichen Tropfsteinen und Gebeinen ehemaliger Bewohner (Höhlenbären). Am Nachmittag erhielten wir eine Stadtführung durch Bamberg mit anschließender Einkehr in das weit bekannte Restaurant „Schlenkerla“ in dem das ebenso berühmte Rauchbier gebraut wird. ![]() Bamberg: Weit über Deutschlands Grenzen hinaus bekannt für seine Schönheit. Den Montag Vormittag widmeten wir dem Umzug von München nach Kaufbeuren. Von hier aus starteten wir unsere Exkursion nach Schloss Neuschwanstein. Nach kurzem aber steilen Anstieg durchliefen wir die privaten Räume Ludwigs II., die nie vollendet wurden. Nach acht Tagen, am Dienstag morgen, hiess es dann Abschied nehmen vom lieb gewonnenen Land der Bayern und unseren fürsorglichen Paten. Unter den Schwingen einer Transall begaben wir uns auf die lange Rückreise nach Wilhelmshaven. Korvettenkapitän Markus Venker, Erster Offizier und Führer der Besuchsdelegation, fasste den Besuch so zusammen: „Ich bin schon auf einigen Schiffen der Marine gefahren und habe viele Patenschaften erlebt. Diese auf der Fregatte BAYERN stellt sicherlich einen Höhepunkt dar.“ © KptLt Beck Seitenanfang |
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Stand: 23. November 2009