Auf halber Strecke – erstes Fazit auf der „Bayern“

 

Auf halber Strecke – erstes Fazit auf der „Bayern“

 

In See, 02.07.2018.

 


Mit Auslaufen der Fregatte „Bayern“ am 07. März 2018 begann der Transit in das Mittelmeer. Seit Mitte März befinden sich nun das Schiff und seine gut 200 Frauen und Männer im Rahmen der einsatzgleichen Verpflichtung SNMG 2 im Operationsgebiet in der Ägäis. Diesen Anlass nutzten der Kontingentführer, Kapitän zur See Ronald Hoffmann, sowie der Kommandant der „Bayern“, Fregattenkapitän Markus Brüggemeier, um eine Halbzeitbilanz zu ziehen.

 

 

PASSEX mit der SNMG 2 (Quelle: Bundeswehr/PAO Ägäis)

 

 

Die NATO unterstützt seit Februar 2016 die europäische Grenzschutzorganisation FRONTEX und die Anrainerstaaten Griechenland und Türkei durch Lagebildaufbau in See und trägt so indirekt dazu bei, illegale Einwanderung und Schleuserkriminalität in der Ägäis zu bekämpfen. Hoheitliche Befugnisse haben die im ägäischen Meer patrouillierenden Marineschiffe des maritimen NATO Eingreifverbandes Standing NATO Maritime Group 2 (SNMG 2) allerdings nicht. Der deutsche Kapitän zur See Hoffmann führt von Bord der Fregatte „Bayern“ einen Teil der SNMG 2, der abgesetzt von den anderen Schiffen des NATO Verbandes mit der Überwachung des Seegebietes zwischen dem türkischen und griechischen Festland beauftragt ist. Die Aufgabe wird als „NATO Unterstützung Ägäis“ bezeichnet.

 

Wellengang zur Begrüßung

 

Der Transit ins Operationsgebiet begann Anfang März ab Wilhelmshaven durch die mit Eisschollen bedeckte Jade. Das Sturmtief in der Biskaya ließ auch den Neulingen an Bord ordentliche „Seebeine“ wachsen. Im griechischen NATO Stützpunkt Souda Bay übernahm die „Bayern“ die Funktion des Führungsschiffes für den SNMG 2 Teilverband „NATO Unterstützung Ägäis“ vom Einsatzgruppenversorger „Frankfurt am Main“.

 

 

Kapitän zur See Hoffmann (m.) im Gespräch mit dem Kommandeur der SNMG2 (Quelle: Bundeswehr/PAO Ägäis)

 

Beim Kontingentwechsel im türkischen Izmir übernahm Kapitän zur See Ronald Hoffmann als neuer deutscher Kontingentführer zugleich die Führung des aus griechischen, türkischen und albanischen Einheiten bestehenden NATO-Teilverbandes.

 

Etwa zur Halbzeit seiner Verwendung ist es Zeit, ein kurzes Resümee zu ziehen: „Die Fregatte „Bayern“ hat sich sehr schnell in ihre Aufgabe als Führungsschiff in diesem besonderen Auftrag einfinden müssen. Hier in dieser Operation zählen vor allem eine solide Ausdauer in der Aufklärung und ein gutes Gefühl für die regionalen und multinationalen Besonderheiten des Operationsgebietes. Während der Rest des NATO-Schiffsverbandes SNMG2 von Hafen zu Hafen und von Übung zu Übung fährt, ist unser Operationsgebiet sehr eng umrissen.“

 

Professionalität in der Internationalität

 

 

Die Verbindungsoffiziere arbeiten Hand in Hand mit der deutschen Crew auf der Fregatte „Bayern“ (Quelle: Bundeswehr/PAO Ägäis)

 

Seit Beginn des Einsatzes der „Bayern“ in der Ägäis konnten zahlreiche Schlauchboote aufgefasst und relevante Informationen an die örtlichen Behörden gemeldet werden. In Zusammenarbeit mit den an Bord der Fregatte „Bayern“ eingeschifften Verbindungsoffizieren von Griechenland, Türkei und FRONTEX wurden diese Menschen, über die beteiligten Küstenwachen sicher an Land verbracht.

 

„Die Zusammenarbeit innerhalb meines multinationalen Stabes und mit allen beteiligten Anrainern und deren Sicherheitsbehörden hat sich nunmehr im 7. Deutschen Einsatzkontingent hervorragend eingespielt. Das war nicht immer so. Ohne diese sehr sachliche Kooperation und das gegenseitige Verständnis wäre die Aufgabe nicht zu bewältigen. Das bringt uns Deutschen und der Deutschen Marine auch hohe Anerkennung, gerade auch in unserer Führungsfunktion, bei allen Partnern, wie mir immer wieder bei allen meinen Gesprächen mit deren hochrangigen Vertretern versichert wird.“, stellt Kapitän zur See Hoffmann fest.

 

 

Besatzung beweist, was sie "drauf hat"

 

 

Kommandant Fregattenkapitän Markus Brüggemeier freut sich über das Engagement seiner Besatzung (Quelle: Bundeswehr/PAO Ägäis)

 

Mit der Fregatte „Bayern“ steht dem Kontingentführer ein erfahrenes Flaggschiff zur Seite. Dessen Kommandant, Fregattenkapitän Markus Brüggemeier, zieht bislang folgende Zwischenbilanz: „Die Ägäis stellt mit ihren zahlreichen kleinen Inseln ein schönes, aber ebenso herausforderndes Seegebiet dar. Zugleich gewährt es durch die navigatorische Enge und die in den jeweiligen Hoheitsgewässern eingeschränkten Befugnisse für ausländische Kriegsschiffe nur wenige Möglichkeiten, die Besatzung in Übung zu halten.“

 

Weiterhin resümiert Fregattenkapitän Brüggemeier die ersten drei Monate: „Nicht nur im originären Handwerk auf See, sondern auch, als es um vorbereitende Maßnahmen für hochrangige Besuche ging, zeigte die Besatzung großes Engagement. Rückblickend sind somit die Besuche der albanischen Verteidigungsministerin Olta Xhaçka sowie des britischen NATO Verbandsführers Commodore Utley erfolgreich verlaufen. Die Besatzung konnte zeigen, was Sie auch in diesem Bereich „drauf hat“. Gleiches gilt für die seltenen, aber umso lehrreicheren Treffen im Rahmen der SNMG 2, bei denen Verbandsübungen durchgefahren werden konnten.“

 

Aber auch die zweite Halbzeit in der Ägäis verspricht nicht langweilig zu werden.

 

Kapitän zur See Hoffmann drückt das so aus: „Das Beste an der Seefahrt ist die tägliche Zusammenarbeit mit den Frauen Männern und meines Kontingentes. Es wird viel von ihnen verlangt, vor allem auch die Fähigkeit, sich an immer wieder wechselnde Bedingungen anzupassen. Kein Tag ist wie der andere. Ich kann mir keine bessere Crew wünschen und bin überzeugt, dass wir auch die kommenden Herausforderungen bewältigen werden.“

 

 

Happy Birthday "Bayern"

 

Die Fregatte „Bayern“ feiert demnächst ihren 22. Geburtstag

 

Die Fregatte „Bayern“ feiert demnächst ihren 22. Geburtstag (Quelle: Bundeswehr/PAO Ägäis)

 

Die Fregatte „Bayern“ steht unmittelbar vor ihrem 22. Geburtstag. Das muss natürlich gefeiert werden und wird zugleich mit einem „Public-Viewing“ anlässlich der Fußballweltmeisterschaft kombiniert. Darüber hinaus stehen noch zahlreiche Übungen auf dem Programm. So werden Teile der Besatzung im Rahmen eines der nächsten Hafenbesuche im Bereich der Schadensabwehr ausgebildet und haben die Möglichkeit, Feuer und Wasser live zu bekämpfen.