Großlinienschiff BAYERN

Die SMS BAYERN (1915) war ein Großlinienschiff (Schlachtschiff) der Kaiserlichen Marine. Namensgebend war das damalige Königreich Bayern. Sie war das Typschiff der BAYERN-Klasse, zu der die SMS BADEN, SMS SACHSEN und SMS WÜRTTEMBERG zählten, von denen jedoch nur die BADEN noch fertiggestellt wurde.


Ein Namensvorgänger war die SMS BAYERN (1878–1910), eine Panzerkorvette der SACHSEN-Klasse.

Der Stapellauf erfolgte am 18. Februar 1915 bei den Howaldtswerken in Kiel. Bei ihrem Bau war versucht worden, alle Informationen über Entwicklungen modernen Schlachtschiffsbau der anderen Nationen auszuwerten. Dabei wurde insbesondere auch über die Art der Aufstellung und Anordnung der Schweren Artillerie diskutiert. Neben der bisher in der Kaiserlichen Marine üblichen Aufstellung in Zwillingstürmen waren zeitgenössische Schlachtschiffe der italienischen und österreichischen Kriegsmarine mit Drillingstürmen ausgerüstet worden. Da trotz intensiver Konsultationen mit den Österreichern die deutschen Bedenken nicht ausgeräumt werden konnten, wurde entschieden, die neuen Schiffe wiederum mit Zwillingstürmen auszurüsten. Dabei entsprach die symmetrische Anordnung in der Schiffsmitte mit je zwei Türmen vorne und achtern der Aufstellung der vorangegangenen KÖNIG-Klasse.

Sie waren die ersten Linienschiffe, die serienmäßig den neuen Dreibeinmast bekamen.

Einen erheblichen Entwicklungsschub gegenüber der KÖNIG-Klasse stellte die Kalibervergrößerung von 30,5 cm auf 38 cm dar. Die Ausrüstung mit acht 38-cm-Schnellfeuergeschützen wurde am 6. Januar 1912 vom Kaiser befohlen. Bei der Mittelartillerie blieb man bei 15-cm-Geschützen, jedoch wurde ihre Anzahl von 14 auf 16 erhöht.

Die Probefahrten nach Fertigstellung erstreckten sich auf vier Monate, weswegen das Schiff nicht an der Skagerrakschlacht teilnehmen konnte. Am 15. Juli 1916 trat es seinen Dienst im III. Geschwader in Wilhelmshaven an.

Nach ihrer Indienststellung gehörte die BAYERN zusammen mit den Schlachtschiffen MARKGRAF und GROßER KURFÜRST der "Schnellen Division" der I. Aufklärungsgruppe an. Nach einigen kleineren Einsätzen nahm sie am 12. Oktober 1917 an der Operation gegen die Baltischen Inseln teil. Dort erhielt sie vor dem Soelo-Sund (Ösel) einen Minentreffer in Höhe des Torpedobreitseitraums. Das Vorschiff tauchte infolge des Wassereinbruchs von 1.000 ts bis zum vorderen 38-cm-Turm ein. Auf der Heimfahrt brach die provisorische Lecksicherung, so dass wiederum 1.000 ts Wasser in das Schiff eindringen konnten. In Kiel, wo die BAYERN am 31. Oktober einlief, wurden die Schäden vom 3. November bis 27. Dezember repariert. Der Torpedobreitseitraum wurde umgebaut und eine Reduzierung der Unterwassertorpedorohre von fünf auf eins vorgenommen. Außerdem erhielt das Schiff vier 8,8 cm Fla-Geschütze, die einzigen seiner Klasse. Der letzte Flottenvorstoß erfolgte vom 23. auf den 24. April 1918. Vom 23. September 1918 bis Anfang Oktober war das Schiff Flaggschiff des III. Geschwaders. Anfang November wurde sie nach Kiel entlassen.

Die Überführungsfahrt nach Scapa Flow trat sie am 21. November 1918 an. Am 21. Juni 1919 um 14:30 Uhr fand die BAYERN durch Selbstversenkung ihr Ende. Während der Bergungsarbeiten tauchte der Rumpf am 18. Juli 1934 aus 40 m Tiefe auf und sank wieder etwa eine halbe Stunde später. Endgültig gehoben wurde er am 1. September 1934, nach Lyness geschleppt und 1935 in Rosyth abgewrackt.

Technische Daten

Länge: 182,40 m
Breite: 30,00 m
Tiefgang: 9,40 m
Einsatzverdrängung: 31.950 t
Höchstgeschwindigkeit: 22 kn (48.000 PS)
Besatzung: 1170 Mann