Panzerkorvette BAYERN

Die Panzerkorvette SMS BAYERN war das zweite Schiff der SACHSEN-Klasse, einer Klasse von vier Kriegsschiffen der Kaiserlichen Marine.

Schwesterschiffe waren das Typschiff SMS SACHSEN sowie SMS WÜRTTEMBERG und SMS BADEN. Die Kiellegung des als Panzerschiff A bezeichneten Schiffes erfolgte im Juli 1874 bei der Kaiserlichen Werft in Kiel. Der Stapellauf fand am 13. Mai 1878, die Indienststellung am 4. August 1881 statt.


Das Bild zeigt das Schwesterschiff der "Bayern", die "Sachsen"

Von den laut der Flottenbauplanung von 1873 vorgesehenen vier Panzerkorvetten wurden jeweils zwei an die Kaiserliche Werft Kiel (A und C) sowie die AG Vulcan Stettin (B und D) vergeben. Trotz der rund fünf Monate später ergangenen Auftragserteilung stand der Neubau B zehn Monate früher zum Stapellauf bereit als die von der Staatswerft erbaute spätere BAYERN und wurde somit unter dem Namen Sachsen zum Typschiff der Klasse.

Beim Bau der Schiffe sollte hauptsächlich Material verwendet werden, das von der deutschen Industrie hergestellt wurde. Im Fall der Panzerplatten war dies nicht möglich, da die mit der Herstellung beauftragte Dillinger Hütte diese noch nicht in der geforderten Qualität herstellen konnte, weshalb noch auf ein britisches Fabrikat zurückgegriffen werden musste.

Zum Stapellauf des Schiffes lud der Chef der Admiralität, Admiral Albrecht von Stosch sämtliche Reichstagsabgeordneten ein, jedoch nahm aus Kostengründen lediglich eine Abordnung teil. Die Taufrede und die Taufe selbst nahm der Vizepräsident des Reichstages, Freiherr Schenk von Stauffenberg vor.

Die ersten Jahre nach der Fertigstellung hat die BAYERN mit Probefahrten und in der Reserve verbracht.

Ab 1884 wurde das Schiff zum aktiven Flottendienst herangezogen und versah dabei meist die Aufgabe als Stammschiff der Reserve-Division. In dieser Zeit wurde eine Fahrt in den Nordatlantik unternommen sowie die erste Fernschießübung der Kaiserlichen Marine durchgeführt, die jedoch aufgrund der zu geringen Rohrerhöhung (die Rohre stießen an der Kasemattdecke an) nicht die erwünschten Ergebnisse brachte. Am 15. Mai 1886 wurde die BAYERN vorübergehend außer Dienst gestellt, da eine größere Maschinenreparatur anstand. Neben den Torpedorohren erhielt die BAYERN dabei als erstes Kampfschiff der Kaiserlichen Marine eine elektrische Innenbeleuchtung von Siemens und Halske.

Nach Beendigung der Überholung wurde die BAYERN am 21. November 1887 erneut in Dienst gestellt und wieder der Reserve-Division zugeteilt. Mit Bildung der Manöverflotte am 2. Mai 1890 gehörte sie bis 1895 diesem Verband den Sommer über an, um nach dem Herbstmanöver bis zum Frühjahr zur Reserve-Division zurück zu wechseln.

Am 6. Oktober 1895 wurde die BAYERN außer Dienst gestellt, um als erstes Schiff seiner Klasse zum Umbau zu gehen, der auf der Danziger Schichau-Werft vorgenommen wurde. Dabei wurden Maßnahmen zur Gewichtsreduzierung und Geschwindigkeitssteigerung vorgenommen. Der Kampfwert der alten Schiffe konnte jedoch nicht wesentlich heraufgesetzt werden. Deutlichstes äußeres Merkmal des Umbaus war die Zusammenfassung der ursprünglich vier paarweise aufgestellten Schornsteine (ihretwegen wurden die Schiffe scherzhaft als Zementfabriken bezeichnet) zu einem einzigen, größeren Schornstein.

Nach Beendigung der Arbeiten und der Probefahrten wurde die BAYERN am 28. Mai 1898 erneut in Dienst gestellt und kam zur II. Division. Im Winter 1898/99 war sie zeitweise Flaggschiff des I. Geschwaders unter Vizeadmiral Thomsen. Am 25. Februar 1899 erfolgte eine Umklassifizierung des Schiffs zum Linienschiff, nachdem die Bezeichnung der Schiffsklasse bereits 1884 zu Panzerschiff und 1893 zu Panzerschiff III. Klasse geändert worden war. Während des Frühjahrsmanövers, das bis nach Lissabon führte, erlitt die BAYERN in der Nordsee eine schwere Havarie und wurde in Wilhelmshaven repariert. Vom 14. Dezember 1899 bis zum 27. Januar 1900 fuhr die BAYERN erneut als Geschwaderflaggschiff und wurde am 12. Februar 1900 außer Dienst gestellt.

Die BAYERN wurde 1903 von Wilhelmshaven nach Kiel überführt und gehörte ab 2. Januar 1904 zur dortigen Marinestation sowie bis 1906 zur I. und später bis 1909 zur II. Bereitschaft.

Am. 19. Februar 1910 wurde die BAYERN schließlich aus der Liste der Kriegsschiffe gestrichen. Ihr Rumpf diente nach entsprechender Herrichtung bis 1919 als Zielschiff vor der Kieler Förde, unter anderem 1913 für Bombenabwürfe vom Flugzeug aus. Dieser letzte Verwendungszweck endete am 5. Mai 1919 mit dem Verkauf des Rumpfes, der darauf folgend in Kiel abgewrackt wurde.


Im Jahre 1895 erfolgte ein Umbau und die 4 Schornsteine wurden zu einem umgebaut.
Nach der Ausserdienststellung 1910 diente die Panzerkorvette noch bis 1918 als Zielschiff,
bis sie dann 1919 in Kiel abgewrackt wurde.

Technische Daten

Länge: 98,20 m
Breite: 18,40 m
Tiefgang: 6,53 m
Einsatzverdrängung: 7.738 t
Höchstgeschwindigkeit: 13 kn
Besatzung: 317 - 436 Mann