Ich iM EINsatz: Kantinenführer auf hoher See

Ich bin iM EINsatz: Kantinenführer auf hoher See

In See, 03.05.2018.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Klein aber fein – von seinem überschaubaren Büro aus verwaltet Björn S. die Kantinenbestände und stockt sein Sortiment bedarfsgerecht auf

Klein aber fein – von seinem überschaubaren Büro aus verwaltet Björn S. die Kantinenbestände und stockt sein Sortiment bedarfsgerecht auf (Quelle: Bundeswehr/Kevin B.)

 

Mein Name ist Stabsbootsmann Björn S., und ich bin derzeit Kantinenführer auf der Fregatte Bayern. Zur Marine kam ich 1997 als Verpflegungsgast und erlebte noch die damalige Grundausbildung in List auf Sylt mit. Marine und Seefahrt, wie auch die Tätigkeiten als Smut an Bord von Schiffen, bereiteten mir viel Begeisterung und Freude. Neben der Aufgabe als Smut hatte ich im Verlauf meiner Bundeswehrkarriere weitere Dienstposten inne. Ausgehend vom Gruppen- und Zugführer sowie Hörsaalleiter über Kantinenführer nahm ich ebenso Tätigkeiten im Stab einer Kommandobehörde wahr. Der Wechsel vom Tätigkeitsfeld der Marine in das der Streitkräftebasis verhalf mir auch, heimatnah – also zurück in Baden-Württemberg – einen Dienstposten zu übernehmen. So konnte ich im Laufe der Zeit auf mehreren Schiffen zur See fahren und zugleich auch die Vorzüge einer Landverwendung genießen. Dennoch kribbelt es immer wieder, wenn sich die Möglichkeit ergibt, zur See fahren zu können.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz

Während der Kantinenöffnungszeiten hat Björn S. stets ein Auge auf die durch den Kantinenverkäufer verausgabten Waren und somit seine Bestände

Während der Kantinenöffnungszeiten hat Björn S. stets ein Auge auf die durch den Kantinenverkäufer verausgabten Waren und somit seine Bestände (Quelle: Bundeswehr/Kevin B.)

 

An Bord der Fregatte „Bayern“ befinde ich mich mittlerweile das dritte Mal. Begonnen habe ich hier an Bord 1998 als Smut. Drei Jahre später fand ich mich erneut auf der „grauen Dame“ ein. Jedoch nicht als Smut, sondern wie jetzt als Kantinenführer. Für meinen jetzigen Einsatz an Bord bedeutet das unter anderem die Bewirtschaftung der Bordkantine sowie das Vorbereiten und Durchführen von Empfängen des Kontingentwechsels. Die Kantine ist zentraler Anlaufpunkt im Schiff und vergleichbar mit einem „Tankstellen-Shop“ bzw. Kiosk. Sie ist eine wichtige Einrichtung, da die Besatzung hier neben Zigaretten, Hygieneartikeln und sogar Souvenirs, jede Menge an Süßigkeiten, Snacks und Eiscreme findet. Das ist natürlich besonders wichtig, um sich nach oder auch vor der Arbeit beziehungsweise Seewache zu stärken. Wir versuchen ein gutes Sortiment im ständigen Wechsel anzubieten.                                              

Das macht meine Tätigkeit hier besonders

Nicht nur vor dem Computer, auch vor Ort in der Last ist Björn S. stets tatkräftig mit am Werk

Nicht nur vor dem Computer, auch vor Ort in der Last ist Björn S. stets tatkräftig mit am Werk (Quelle: Bundeswehr/Kevin B.)

 

Es ist sehr unterhaltsam, wenn sich der Rollladen öffnet und die Durchsage „AdiKa, AdiKa, Aaah die Kantine hat geöffnet!“ erklingt. Dann ist die Zeit gekommen, in der sich eine Schlange vor der Kantine bildet. Auf diese Weise kommt man auch mit den meisten Besatzungsangehörigen – quer durch alle Dienstgradgruppen – ins Gespräch.

Das vermisse ich hier am meisten

Neben meiner Familie, meinen Freunden und meiner Heimat vermisse ich alles um den VfB-Stuttgart, bei dem ich ehrenamtlich tätig bin.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße

Ich hoffe, dass wir alle wohlbehalten in Wilhelmshaven einlaufen werden. Des Weiteren freue ich mich auf ein Wiedersehen mit meinen Freunden, die wie ich hörte, zahlreich zum Einlaufen in Wilhelmshaven vor Ort sein werden. Im Anschluss an die Monate auf See plane ich noch einen kleinen Urlaub in den Bergen.