Mehr als nur fordernde Tage auf See

Mehr als nur fordernde Tage auf See

Marine Besatzung der Fregatte „Bayern“ hat die Hälfte des Einsatzes in der Ägäis hinter sich

Seit Mitte März befindet sich die Fregatte „Bayern“ bei der einsatzgleichen NATO-Verpflichtung in der Ägäis. Kommandant Fregattenkapitän Markus Brüggemeier zieht einen Zwischenbilanz.

Wilhelmshaven/HL- „Seit Beginn des Einsatzes der ‚Bayern‘ in der Ägäis konnten zahlreiche Schlauchboote aufgefasst und relevante Informationen an Frontex-Grenzschutzboote(europäische Grenzschutzorganisation, Anm. d. Red.) oder die örtlichen Behörden gemeldet werden“, berichtet Markus Brüggemeier.

„In Zusammenarbeit mit den Verbindungsoffizieren der griechischen und türkischen Marinen sowie des Verbindungsbeamten zu Frontex haben die in Richtung Europa übersetzenden Menschen über die beteiligten Küstenwachen sicher das Land erreicht.“

Noch wichtiger war es jedoch, viele Flüchtlingsbewegungen bereits an Land zu entdecken und durch rechtzeitige Weitergabe der Informationen zu verhindern, dass diese sich auf die riskante Reise über das Wasser wagen, so der „Bayern“-Kommandant. Die Aufgabe in der Ägäis sei vielen Faktoren unterworfen. So hätten aktuelle Entwicklungen in den Krisengebieten, das Wetter, die Periode des Ramadans oder auch der Beginn der Urlaubssaison einen wesentlichen Einfluss auf die Anzahl der Versuche, die Europäische Union über den Wasserweg zu erreichen. „Somit bleibt es jeden Tag eine Herausforderung, ob auch in dieser Nacht wieder Bewegungen von Flüchtlingen auszumachen sind.“

Die Nato trägt seit Februar 2016 mit ihren Marineeinheiten dazu bei, illegale Einwanderung und Schleuserkriminalität in der Ägäis zu bekämpfen. Darüber hinaus sollen die lokalen Akteure, wie die europäische Grenzschutzorganisation Frontex und die Anrainer Griechenland und Türkei, bei dieser Anstrengung unterstützt werden. „Die ‚Bayern‘ liefert mit ihrem Einsatz einen wesentlichen Beitrag bei dieser Aufgabe“, betont Brüggemeier. Der Auftrag erfordert auch diplomatisches Fingerspitzengefühl.

Wie vor Auslaufen angekündigt, habe die „Bayern“ parallel zu den Patroullien im Einsatzgebiet viel Zeit in die Ausbildung der Besatzung investiert. Neben Gefechtsausbildung gab es zahlreiche „Mann-über-Bord“-Manöver, Ankermanöver, Kraftstoffversorgung sowie Land- und Seeziel-Schießübungen. Vieles davon erfolgte gemeinsam mit griechischen, türkischen oder britischen Einheiten.

Neben den Herausforderungen des Einsatzes wies er aber auch auf den Reiz der Hafenbesuche für seine Besatzung hin. Diese nutze die Nähe der Häfen zu vielen historischen Stätten für ausgiebige Erkundungen, welche unter anderem nach Athen und auf die Peloponnes, Troja, Ephesos, an den Kanal von Korinth, die Halbinsel Gallipoli, Pergamon oder Pamukkale führten und unvergessliche Erlebnisse boten.

Die Rückkehr der „Bayern“ nach Wilhelmshaven ist für den 25. August geplant.

Der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Eberhard Zorn (Mitte), zu Besuch auf der Fregatte „Bayern“: Hier informiert er sich bei Kommandant, Fregattenkapitän Markus Brüggemeier (r.), und dem Kontingentführer des deutschen Einsatzkontingentes, Kapitän zur See Ronald Hoffmann. General Zorn wird morgen als Gast beim Kommandowechsel in der Einsatzflottille 2 in Wilhelmshaven erwartet.                                                                                   Foto: Bundeswehr/Schröder