Von Antenne bis Sonar - HA 300 stellt sich vor

 

Von Antenne bis Sonar – der Hauptabschnitt 300 der Fregatte Bayern stellt sich vor

 

In See, 04.05.2018.

 

 

Unsere Welt wird insbesondere in der privaten Umgebung immer multimedialer. Wenn wir an Navigationssysteme, Radio, Fernsehen und Ähnliches denken, kommt uns dabei kaum ein Kriegsschiff in den Sinn. Dieses tritt eher durch imposante Radaranlagen sowie seine zahlreichen Waffen und Flugkörper in Erscheinung. Denn insbesondere sie prägen die Silhouette. All diese Anlagen werden durch eine Gruppe von Soldaten in Schuss gehalten - dem Hauptabschnitt 300.

 

 

Ein Soldat aus dem IT-Bereich prüft die Kabelverbindungen am Serverschrank (Quelle: Bundeswehr/Kevin B.)

 

 

Auf Fregatten der Klasse 123 gibt es verschiedene Radare, Navigationsanlagen und Waffensysteme. Ebenso sind Elektronikgeräte des täglichen Gebrauches wie zum Beispiel Telefone, Computer, Drucker oder auch Lautsprecher,  im Schiff verteilt. All diese Anlagen werden durch den Hauptabschnitt 300 gewartet, gepflegt und instand gesetzt.

 

Die Seefahrtstechnologie der Neuzeit

 

 

 

Reinigung einer Oberdecksantenne in schwindelerregender Höhe von 25 Metern (Quelle: Bundeswehr/Kevin B.)

 

Die Führungsmitteltechnik (FT) umfasst Soldaten aus dem Bereich Marineelektronik (Verwendungsreihe 46) und befasst sich mit der Wartung und Pflege von Navigations-, Kommunikations- und Radaranlagen. Zu ihren Aufgaben gehört es, die Funktion der ihnen anvertrauten Systeme regelmäßig zu überprüfen. Weiterhin führen sie Arbeiten aus, die der Instandhaltung dieser Gerätschaften dienen. So fetten sie bewegliche und drehende Teile, säubern Elektronikgeräte und Antennen und löten Kabel oder Platinen.

 

 

 

 

Planmäßige Wartungsarbeiten an einem Hochfrequenz-Funksendegerät durch einen Soldaten der Führungsmitteltechnik (Quelle: Bundeswehr/Kevin B.)

 

Auch ein planmäßiger Austausch von Einzelteilen, zum Beispiel gemäß Herstellerangaben, wird durch die Soldaten der Führungsmitteltechnik ausgeführt. Bei auftretenden Problemen heißt es für sie, die Ursachen schnell zu identifizieren und die Geräte zu reparieren. Ziel ist es, einen möglichst hohen Verfügbarkeitsstand sicherzustellen.

 

Schießen ist nicht alles!

 

 

 

 

Soldaten bereiten das 27 mm Marineleichtgeschütz für das Schießen vor. Hier: Munition wird geklippt (Quelle: Bundeswehr/Kevin B.)

 

Zur Waffentechnik (WT) gehören sowohl Soldaten aus dem Bereich Marineelektronik, als auch das Artillerie- und Waffenpersonal (Verwendungsreihe 31). Das Artilleriepersonal kümmert sich vorwiegend um die Wartung der Torpedos, Rohrwaffen und um die Bewirtschaftung der Munition. Insbesondere obliegt es ihnen, darauf zu achten, dass sie richtig  in den dafür vorgesehenen Einrichtungen gelagert werden. Die Waffen sind durch regelmäßiges Üben und salzhaltige Luft starken Belastungen ausgesetzt. Daher müssen sie wesentlich öfter gereinigt und gefettet werden, als das bei den Gewehren und Pistolen in Landdienststellen der Fall ist. Auch die Räume, in denen die Munition gelagert wird, müssen mehrmals täglich geprüft werden, um sicherzustellen, dass sie kühl und trocken sind. Weiterhin werden sämtliche Schießvorhaben durch das Artilleriepersonal vorbereitet und durchgeführt.

 

Die Elektroniker im Bereich der Waffentechnik hingegen kümmern sich um die an Bord befindlichen Flugkörper und die zum Abschuss nötige Technik dahinter. Wie auch die Munition für die Rohrwaffen müssen die Flugkörper mehrmals täglich berondet (in regelmäßigen Zeitabständen kontrolliert) werden. Weiterhin sind zum Abschuss der diversen Flugkörper weitere elektrische Anlagen von Nöten, die ebenso instand gehalten werden müssen. Die Aufgaben der Elektroniker im Bereich der Waffentechnik gleichen denen der Elektroniker aus dem Bereich Führungsmitteltechnik.

 

 

 

Ohne Computer, ohne mich!

 

 

 

 

Auch die Homepage der Fregatte wird durch den IT-Abschnitt gepflegt (Quelle: Bundeswehr/Kevin B.)

 

Im Bereich der Informationstechnik (IT) finden sich ausschließlich Soldaten mit dem gleichnamigen Fachgebiet (Verwendungsreihe 48). Ihr Aufgabenbereich umfasst sämtliche Arbeiten in Zusammenhang mit handelsüblichen Computern. Dies beginnt bei der Administration der Serverstruktur an Bord. Einerseits muss sichergestellt werden, dass sämtliche Dateien und Programme dauerhaft verfügbar sind. Andererseits müssen teilweise mehr als zweihundert Benutzerkonten verwaltet werden. Hinzu kommt, dass diese Benutzer selbstverständlich einen entsprechenden Arbeitsplatz benötigen. So gehört sowohl das Aufstellen und Anschließen als auch das Konfigurieren der jeweiligen Computer zum Aufgabenspektrum der IT-Soldaten. Die meisten Arbeitsplatzrechner haben Anbindung an einen Laserdrucker, der bereitgestellt, mit Verbrauchsmaterial nachgefüllt oder gegebenenfalls instand gesetzt bzw. ausgetauscht werden muss.

 

Neben diesen auf den Dienstbetrieb ausgelegten Aufgaben spielt auch die Betreuung der Besatzung eine wichtige Rolle im Alltag des „48ers“. So werden beispielsweise Betreuungskommunikation in Form von E-Mails sowie die Möglichkeit der privaten Internetnutzung durch den IT-Bereich für die Besatzung bereitgestellt.

 

Der Hauptabschnitt 300 bildet somit insgesamt einen wesentlichen Baustein für das tägliche Arbeiten an Bord und dafür, dass der Auftrag erfüllt werden kann, und zwar nicht nur im Hafen an der Pier, sondern auch auf allen sieben Weltmeeren.