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BAYERN hilft in schwerer SeeEs ist keine ruhige Nacht. Die aufgewühlte See läßt die BAYERN immer wieder hin und her schaukeln. Wer keine Fahrwache hat, versucht zu schlafen, was sich bei den ständigen Schiffsbewegungen als gar nicht einfach erweist. Auf der Brücke versucht der Rudergänger den Kurs so ruhig wie möglich zu steuern, aber 6 Meter hohe Wellen und Windgeschwindigkeiten um die 50 Knoten erleichtern ihm dabei seine Arbeit nicht. Es ist inzwischen fast 3 Uhr da ertönt ein durchdringendes Piepen aus dem VHF-Gerät die Stille auf der Brücke. Ein Mayday-Ruf in gebrochenem Englisch folgt. Der Wachoffizier und der Signäler auf der Brücke schreiben die Angaben mit. Es handelt sich um ein libanesisches Containerschiff, welches durch den hohen Seegang mehrere Container verloren hat. Mit einem dieser Container ist die "Gevo Victory", so der Name des Schiffes, zusammengestossen und Wasser dringt in das Schiff ein. Laut Angaben des Kapitäns macht sich die Besatzung bereit, das Schiff zu verlassen. ![]() Die GEVO VICTORY mit Schlagseite Jetzt muss alles ziemlich schnell gehen, die Position des Havaristen wird in die Seekarte eingetragen, der Abstand wird ermittelt und schnell steht fest: Da muss die BAYERN hin! Die Entfernung zur Gevo Victory betrug nur 20 Meilen, eine Strecke, die bei ruhiger See und Höchstfahrt nur 40 Minuten dauert, aber durch die meterhohen Wellen und gegen den starken Wind kann die BAYERN nur 8 Meilen pro Stunde gut machen. ![]() Die BAYERN gegen die Wellen… In der Zwischenzeit wird der Bordhubschrauber "Maja" klar gemacht, ersteinmal um das Seegebiet rund um den Havaristen auf Container abzusuchen, die noch an der Oberfläche treiben und somit auch eine Gefahr für die Bayern darstellen. Beim ersten Tageslicht startet MAJA und überfliegt die Unglücksstelle, während auf der BAYERN die Vorbereitung zur Annahme von Verletzten auf Hochtouren laufen. Dazu wird die PUO-Messe zum Verbandsplatz umgebaut, dies ist für solche Fälle vorgesehen, Tee wird gekocht und schnell eine Suppe zubereitet. Um 0630 Uhr beginnt MAJA mit dem Bergen der Besatzung des Containerschiffes. Diese haben orange-leuchtende Overalls an, die zum einen vor Auskühlung schützen und zum anderen sehr gut sichtbar sind. Die notwendigsten Dinge konnten sie ebenfalls noch retten, so hatte ein jeder seine Tasche gepackt, persönliche Dinge sowie Laptops und Handys verstaut und sich dann von unserem Bordhubschrauber vom Oberdeck aufwinschen lassen. ![]() Die ersten Besatzungsmitglieder der GEVO VICTORY steigen aus dem Hubschrauber Sobald drei Personen aufgewinscht waren, flog MAJA wieder zur BAYERN um dort zu landen, die Geretteten abzugeben, zu tanken und sich wieder auf den Weg zur GEVO VICTORY zu machen. Inzwischen bekam MAJA Unterstützung durch den Bordhubschrauber des französischen Landungsschiffes SIROCCO, welcher ebenfalls die Verunglückten aufwinschte. So entwickelte sich ein reger Betrieb auf dem Flugdeck, kaum war der eine Hubschrauber wieder weg, kam auch schon der nächste. Trotzdem dauerte es zwei Stunden, bis auch das letzte Besatzungsmitglied des Havaristen an Bord der BAYERN war. Fliegerische Höchstleistungen mussten vollbracht werden, da der Hubschrauber nur bei bestimmten Windverhältnissen die Zivilisten abbergen konnte. Da sich das Containerschiff aber in der schweren See ständig drehte, musste mehrfach die Rettung unterbrochen werden und die Hubschrauber mussten erneut anfliegen. An Bord der BAYERN wurde, der aus Syrern, Libanesen und Ägyptern bestehenden Besatzung aus den nassen Sachen geholfen und durch die Schiffsärztin auf größere Verletzungen untersucht Dann wurden sie mit trockenen Blaumännern ausgestattet und in die PUO-Messe gebracht. Dort wurde Kaffe, Tee, heiße Suppe, Brötchen, Kekse und Obst angeboten. Kein Wunder, dass die Libanesen ersteinmal den heißen Tee wählten, waren sie doch mehrere Stunden dem Wind und der Gischt ausgesetzt und entsprechend ausgekühlt. ![]() Ersteinmal "Auftauen" und zur Ruhe kommen Gegen 0800 Uhr waren dann alle 14 Besatzungsmitglieder der GEVO VICTORY an Bord der BAYERN. Diese hatte um diese Zeit schon mehr als 20 Grad Schlagseite und weitere Container waren aussenbords gegangen. Aber der Besatzung ging es soweit gut, es gab nur 2 Leichtverletzte, deren Wunden schnell versorgt waren. Anschliessend nahmen wir Kurs auf Beirut, um die Seeleute des Havaristen mit dem Kutter an Land zu bringen. Das gestaltete sich auch etwas schwieriger, da auch vor Beirut noch viele hohe Wellen die BAYERN durchschaukelten. Aber alles lief glatt, die Besatzung der GEVO VICTORY war gerettet und wir machten uns wieder auf den Weg in das Überwachungsgebiet, in welchem uns wieder hohe Wellen und starker Wind erwarteten. © HptBtsm Hoyer Seitenanfang |
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Stand: 23. November 2009